SEK: Kirche hat «Wächterfunktion über das Wertesystem»

Der Generaldirektor von Nestlé Schweiz, Roland Decorvet, ist von den Abgeordneten des Kirchenbundes in den Stiftungsrat des Hilfswerks Evangelischer Kirchen Schweiz HEKS gewählt worden. Ständerat Dick Marty sprach in seinem Referat der Kirche «Wächterfunktion über das Wertesystem» zu.

In der heutigen Sitzung der Sommer-Abgeordnetenversammlung des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) in Bellinzona wurde auf das vergangene Jahr zurückgeblickt und Jahresbericht und Jahresrechnung genehmigt. Zudem wurde der Generaldirektor von Nestlé Schweiz, Roland Decorvet, als Mitglied des Stiftungsrates des Hilfswerks Evangelischer Kirchen Schweiz HEKS gewählt. Neben seiner internationalen Erfahrung seien vor allem das bisherige berufliche, kirchliche und soziale Engagement von Decorvet «glaubwürdiger Grund für seine Wahl», so der Präsident des Rates SEK, Thomas Wipf.

Die Tessiner Regierungsrätin Patrizia Pesenti forderte in ihrem Referat die protestantischen Kirchen auf, sich weiterhin in die Öffentlichkeit einzubringen. «Wir erleben eine Periode erstarkender fundamentalistischer Tendenzen», so Pesenti. Die von einem rationalistischen Geist geprägte protestantische Kultur könne wichtige Impulse geben für einen gemeinsamen Dialog der Verständigung.

Dick Marty, der erste und bisher einzige protestantische Tessiner im Ständerat, verband in seinem Referat sein Engagement im Europarat mit seiner Prägung in der protestantischen Exilgemeinde Luganos. Die dort früh erfahrene Ausgrenzung habe ihn unter anderem gelehrt, auch einen einsamen Kampf nicht zu scheuen. «Auch wenn er von Anfang an verloren scheint, muss ein Kampf, von dessen Gerechtigkeit man überzeugt ist, dennoch geführt werden.» Die Bedrohung durch Fundamentalismus und Terrorismus habe zu einer allgemeinen Abwertung der Werte der Menschlichkeit geführt. Die Kirche hätte zwar nicht das Monopol über die ethischen Werte, doch sie habe -zusammen mit anderen sozialen Akteuren- eine Wächterfunktion über das Wertesystem, das schlussendlich Menschlichkeit ausmache.

Den Bezug zur gastgebenden Tessiner Kirche schuf Prof. Dr. Antonio Loprieno, Rektor der Universität Basel. Er sprach über den Protestantismus im italienischen Sprachraum.

Die Abgeordnetenversammlung AV ist das Parlament (Legislative) des SEK. Sie tritt zwei Mal pro Jahr zusammen – im Juni als Gast einer Mitgliedkirche, im November in Bern. Die Mitgliedkirchen sind mit 70 Abgeordneten vertreten, die Diakonie- und die Frauenkonferenz stellen je zwei Delegierte mit Rede- und Antragsrecht. Die Sommer-Abgeordnetenversammlung 2008 in Bellinzona tagt noch heutig Dienstag.

SEK: Abgeordnetenversammlung des Kirchenbundes tagt in Bellinzona

Die Sommer-Abgeordnetenversammlung des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) tagt vom 15.-17. Juni in Bellinzona (TI). Zu Beginn sprach Ratspräsident Thomas Wipf zur Kirche unter grundlegenden gesellschaftlichen Veränderungen.

Auf Einladung der Evangelisch-reformierten Kirche im Tessin (CERT) tagt seit heute die Abgeordnetenversammlung (AV) des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) im Grossratssaal in Bellinzona.

Nach der Eröffnung steht das Wort des Ratspräsidenten am Beginn einer Abgeordnetenversammlung. Pfarrer Thomas Wipf plädierte heute angesichts grundlegender gesellschaftlicher Veränderungen für eine Kultur der gegenseitigen Beratung, Ermutigung und Solidarität in den Kirchen.

An vielen Orten im Schweizer Protestantismus werde grundlegend an der zukünftigen Gestalt von Kirche gearbeitet, so Wipf. Dabei gelte auch für die Kirchen: «Wer überleben will, muss beweglich sein.» Die zunehmende Mobilität der Menschen stelle zum Beispiel die Frage nach einer «Angebotskirche» neben der traditionellen Ortsgemeinde. In allen grundlegenden Veränderungen gehe es jedoch darum, Kirche zu sein und zu bleiben.

Als ein Kernanliegen evangelischen Wirkens bezeichnete Wipf dabei ein mündiges Christsein: «Gerade die säkulare Gesellschaft braucht den Dialog mit Menschen, die in ihrer religiösen Verwurzelung über eine Sinn- und Werteorientierung verfügen und ihre Überzeugungen einbringen können in das öffentliche Gespräch, in Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien.» Die Zusammenarbeit mit den Kirchen gefährde den säkularen Staat nicht, sie bereichere ihn, betonte Wipf.

Das Parlament des Kirchenbundes beschäftigt sich noch bis Dienstag unter anderem mit den Stiftungen Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz (HEKS) und Brot für alle (BFA). Ausserdem werden morgen Ständerat Dick F. Marty sowie der Rektor der Universität Basel Antonio Loprieno zur AV sprechen.

Die Abgeordnetenversammlung AV ist das Parlament (Legislative) des SEK. Sie tritt zwei Mal pro Jahr zusammen, im Juni als Gast einer Mitgliedkirche, im November in Bern. Die Mitgliedkirchen sind mit 70 Abgeordneten vertreten, die Diakonie- und die Frauenkonferenz stellen je zwei Delegierte mit Rede- und Antragsrecht. Die Sommer-Abgeordnetenversammlung 2008 tagt in Bellinzona.

GEKE: Schwere Belastungsprobe für die Europäische Union

Die Iren haben den Vertrag von Lissabon abgelehnt. Der Präsident der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa, Pfarrer Thomas Wipf, zeigt sich „besorgt über die Zukunft der Europäischen Union“ und ruft dazu auf, den Prozess der europäischen Einigung weitergehen zu lassen.

Die irische Bevölkerung hat den Vertrag von Lissabon abgelehnt. Die Ratifizierung des EU-Vertrags ist damit zum zweiten Mal nach 2001 an einem Referendum in einem EU-Mitgliedstaat gescheitert. „Das Nein der Iren stellt die Europäische Union vor eine schwere Belastungsprobe“, erklärt der Präsident der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE), Pfarrer Thomas Wipf.

„Das Problem der EU ist, dass die Menschen nicht mehr verstehen, was auf europäischer Ebene geschieht“, so Wipf weiter. „Dabei geht es nicht nur darum, die Inhalte europäischer Politik besser zu vermitteln. Das Grundproblem der EU ist ein Demokratiedefizit. Die Bürgerinnen und Bürger sehen nicht, wie sie auf europäische Entscheidungen Einfluss nehmen können.“

Die evangelischen Kirchen in Europa haben sich in der Debatte um einen neuen EU-Vertrag wiederholt für die Weiterentwicklung der EU zu einer Wertegemeinschaft eingesetzt. Aus evangelischer Sicht stellt der neue Vertrag deshalb trotz mancher Kritikpunkte eine verbesserte Grundlage für das Zusammenleben der Menschen und Staaten in Europa dar. Insofern ist die Entscheidung der Iren gegen den Vertrag von Lissabon bedauerlich. Der neue EU-Vertrag gäbe den Menschen in Europa mehr Möglichkeiten zur politischen Mitwirkung. Ein Beispiel hierfür ist die Verpflichtung der EU zu einem ‚offenen, transparenten und regelmäßigen Dialog’ mit den Kirchen und religiösen Gemeinschaften, wie er im neuen Vertrag festgeschrieben ist.

Für die evangelischen Kirchen ist die europäische Einigung nach dem zweiten Weltkrieg ein erfolgreicher Beitrag zur Friedenssicherung. „Dieser Prozess muss weiter gehen. Wir wünschen uns, dass nun tatsächlich über die Zukunft Europas diskutiert wird und nicht nur über nationale Fragen“, erklärt Wipf.

KWV: Kaiserswerther Verband gedenkt ehemaliger Verbandsoberin

Der Kaiserswerther Verband gedenkt der am 5. Juni verstorbenen ehemaligen Verbandsoberin, Diakonisse Helene Schmidt (1912-2008).

Am 5. Juni verstarb die ehemalige Verbandsoberin des Kaiserswerther Verbandes deutscher Diakonissen-Mutterhäuser (KWV), Diakonisse Helene Schmidt, im 97. Lebensjahr in Düsseldorf.

Die 1912 in Essen geborene Helene Schmidt trat 1932 mit zwanzig Jahren in das Mutterhaus Kaiserswerth ein und wurde 1937 zur Diakonisse eingesegnet. Nach verschiedenen Stationen und Leitungsfunktionen in Deutschland und der Türkei wurde Schwester Helene 1968 zur Oberin in die Leitung des Kaiserswerther Verbandes berufen. Diese Aufgabe nahm sie bis zum Eintritt in ihren Ruhestand 1979 wahr.

Die Geschäftsführerin des Kaiserswerther Verbandes, Christine-Ruth Müller, würdigt die nun Verstorbene mit „großer Hochachtung und tiefem Respekt“. Diakonisse Helene Schmidt habe den Kaiserswerther Verband mit Zuversicht und Geschick durch eine Zeit vieler Umbrüche und Veränderungen geführt, so Müller. Zur heute stattfindenden Trauerfeier und Beisetzung, bei der die Vorsitzende der Westkonferenz, Sr. Sigrid Pfäfflin den Verband vertreten wird, übermittelt sie der Schwesternschaft der Kaiserswerther Diakonie in Düsseldorf die Anteilnahme des gesamten Verbandes.

Im Zuge der Umstrukturierung des Verbandes wurden 2007 die Ämter der Verbandsoberin und des Verbandsdirektors im Amt der Geschäftsführerin zusammengeführt.

Der Kaiserswerther Verband (KWV) steht für die Wahrnehmung diakonischer Aufgaben in der evangelischen Kirche in der Tradition der Mutterhausdiakonie Kaiserswerther Prägung. Er vertritt Diakonie in der besonderen Form als Diakonie in Gemeinschaft. Seit über 90 Jahren ist der KWV ein Netzwerk der diakonischen Kompetenz und der christlichen Nächstenliebe. Er ermöglicht den Mitgliedern einen christlich orientierten Werteaustausch, vertritt die Mitglieder in unterschiedlichen politischen, kirchlichen und diakonischen Ebenen und unterstützt die Mitglieder in ihrer Vernetzung. Der KWV verbindet über 70 diakonische Gemeinschaften und Werke in Deutschland.

GEKE: ‘Freiheit und Verantwortung gehen Hand in Hand’

Die Copräsidentin der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE), Stephanie Dietrich (Oslo), äußert sich im Interview zu Religionsfreiheit und zum Recht auf Religionskritik. Die Medien ruft Dietrich zur Sensibilität auf.

Die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) ist heute genauso wichtig wie 1973. Die Schwerpunkte und Bedürfnisse im europäischen Kontext jedoch verschieben sich. Dies sagt Stephanie Dietrich, Co-Präsidentin der GEKE, in einem Interview anlässlich des 35jährigen Jubiläums der Leuenberger Konkordie, dem Gründungsdokument der Kirchengemeinschaft.

In den letzten Jahren seien der interkulturelle und der interreligiöse Dialog immer wichtiger geworden. Immer wieder diskutiert werde dabei die Religionsfreiheit. Zum diesem Thema habe die GEKE bereits vor zwei Jahren Stellung bezogen. Dietrich: „Meinungsfreiheit und die Freiheit der Religionsausübung dürfen nicht gegeneinander gesetzt werden.“ Religionsfreiheit bedeute das Recht auf ein öffentliches Bekenntnis und das Recht auf Religionskritik. „Wer jedoch eine andere Religion kritisiert, muss sich auch selbst kritisieren lassen.“ Freiheit und Verantwortung gehen laut der GEKE-Copräsidentin Hand in Hand. In dem Zusammenhang seien auch die Medien zu Sensibilität aufgerufen.

Voraussetzung für Religionskritik sei „die Zulässigkeit und Angemessenheit ihrer Mittel“, so Dietrich weiter. Niemand dürfe unter dem Vorwand der Meinungsfreiheit diskriminiert werden. Auf der anderen Seite sei ebenso abzulehnen, „die Freiheit der öffentlichen Meinungsäußerung und der Kunst durch eine missbräuchliche Berufung auf den Schutz des religiösen Bekenntnisses auszuhöhlen“.

Die Kirchen der GEKE könnten ihren Teil zur Verständigung der Völker, Kulturen und Religionen beitragen, ist Dietrich überzeugt. „Sehr individuell, aber auch als eine Bewegung, die, vom Evangelium befreit, Brücken baut, Stellung nimmt, sich für Frieden und Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung einsetzt“. Die GEKE zeige, dass es möglich sei, sichtbare Einheit in versöhnter Verschiedenheit zu leben. Sie habe damit „eine Rollenfunktion für das europäische Zusammenleben“.

KWV: Erfolgreiche Verhandlungen zur Zukunft der Fliedner Kulturstiftung

Der Kaiserswerther Verband und die Kaiserswerther Diakonie sichern den Fortbestand der gemeinsamen Fliedner Kulturstiftung.

Die wissenschaftliche Aufarbeitung des geistigen und kulturellen Erbes der Diakonissenmutterhäuser Kaiserswerther Prägung ist weiterhin gesichert. Vertreter des Kaiserswerther Verbandes und der Kaiserswerther Diakonie haben der gemeinsamen Fliedner Kulturstiftung am vergangenen 29. Mai die Finanzierung mindestens für die kommenden zehn Jahre zugesichert.

Nach längeren Verhandlungen konnten nun die letzten noch bestehenden offenen Fragen geklärt werden. Mit der Vereinbarung bietet der Stiftungsrat der Fliedner Kulturstiftung einer wissenschaftlich qualifizierten Aufarbeitung und Erhaltung des Kaiserswerther Erbes nun eine solide Grundlage. Die Verhandlungen standen unter der Leitung der Stiftungsratsvorsitzenden und Vorstandsvorsitzenden des Kaiserswerther Verbandes, Oberin Helga Darenberg und des Kuratoriumsvorsitzenden der Kaiserswerther Diakonie, Dipl.Kaufmann Hartmut Haubrich.

Die 2002 gegründete Fliedner Kulturstiftung berät und begleitet Forscherinnen und Forscher und organisiert wissenschaftliche Vorträge und Kolloquien zum Thema der Diakonissenmutterhäuser Kaiserswerther Prägung gemäß den Gründern Theodor und Friederike Fliedner. Sie unterhält ein Archiv, eine wissenschaftliche Fachbibliothek sowie ein Museum, welches in den nächsten Jahren erweitert werden soll.Weitere Informationen unter www.fliedner-kulturstiftung.de.

Der Kaiserswerther Verband (KWV) steht für die Wahrnehmung diakonischer Aufgaben in der evangelischen Kirche in der Tradition der Mutterhausdiakonie Kaiserswerther Prägung. Er vertritt Diakonie in der besonderen Form als Diakonie in Gemeinschaft. Seit über 90 Jahren ist der KWV ein Netzwerk der diakonischen Kompetenz und der christlichen Nächstenliebe. Er ermöglicht den Mitgliedern einen christlich orientierten Werteaustausch, vertritt die Mitglieder in unterschiedlichen politischen, kirchlichen und diakonischen Ebenen und unterstützt die Mitglieder in ihrer Vernetzung. Der KWV verbindet über 70 diakonische Gemeinschaften und Werke in Deutschland.

GEKE: Konferenz der Kirchen am Rhein wird GEKE-Regionalgruppe

Die „Konferenz der Kirchen am Rhein“ ist ab sofort eine Regionalgruppe der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE). Eine entsprechende Vereinbarung wurde im Rahmen des Treffens des GEKE-Rates am 31. Mai in Paris unterzeichnet.

Die Konferenz der Kirchen am Rhein (KKR) ist seit dem Wochenende eine Regionalgruppe der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE). Im Rahmen des Treffens des GEKE-Rates in Paris wurde am 31. Mai eine entsprechende Vereinbarung vom Präsidenten der KKR, Jean-François Collange, sowie vom Präsidenten der GEKE, Thomas Wipf, unterzeichnet.

Die seit 1961 bestehende Konferenz der Kirchen am Rhein mit Sitz in Straßburg folgt damit dem Aufruf der GEKE-Vollversammlung in Budapest 2006 an die Mitgliedskirchenn, sich in Regionalgruppen zu organisieren und so dem Protestantismus in Europa ein Gesicht zu verleihen.

Für die KKR, so Collange, bedeute die Unterzeichnung der Vereinbarung eine zukunftsfähige Eingliederung in europäische kirchliche Strukturen und eine Verstärkung der bestehenden Zusammenarbeit mit der GEKE, aber auch mit der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) über deren Büro in Straßburg.

„Seit über vierzig Jahren tragen die Kirchen um den Rhein zu einem friedlichen zusammenwachsenden Europa bei“, so der GEKE-Präsident Thomas Wipf. Die KKR leiste Versöhnungsarbeit ganz im Zeichen der Leuenberger Konkordie. Somit sei es sehr erfreulich, die Konferenz in der versöhnten Verschiedenheit der GEKE begrüßen zu können.

Durch ihre Lage in Straßburg als Sitz europäischer Institutionen konzentriert sich die neue Regionalgruppe inhaltlich auf sozialethische Fragestellungen und Menschenrechtsthemen. Hierzu veranstaltet die KKR alle zwei Jahre Konferenzen, zuletzt vor einigen Wochen zum Thema „Die Kirchen und der Islam – welcher Dialog für welche Zukunft“.

Die seit 1961 bestehende Konferenz der Kirchen am Rhein verbindet zur Zeit 13 Kirchen aus Deutschland, Frankreich, dem Fürstentum Liechtenstein, Österreich sowie der Schweiz. Zu ihren bisherigen Arbeitsergebnissen zählt die „Liebfrauenberg-Erklärung“ zu den Herausforderungen von Migration und Flucht aus dem Jahr 2004.. Die Erklärung kann über die Internetseite www.leuenberg.eu (Bereich „Tagungen“) heruntergeladen werden.

GEKE: Interkultureller Dialog: Nicht ohne die Religionen

Der Rat der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) begrüßt das jüngst vom Europarat angenommene „Weißbuch über interkulturellen Dialog“.

Die Erklärung im Wortlaut: 2008 ist das europäische Jahr des interkulturellen Dialogs. Am 7. Mai hat das Ministerkomitee des Europarates, dem 47 europäische Staaten angehören, ein „Weißbuch“ zum interkulturellen Dialog angenommen, das die Grundsätze der europäischen Staaten für den interkulturellen Dialog beschreibt. Der Rat der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE), der vom 30. Mai bis 1. Juni in Paris tagt, begrüßt die Bemühungen des Europarates um den interkulturellen Dialog.

Der Rat der GEKE erklärt: Die zunehmende kulturelle Vielfalt Europas stellt uns vor neue soziale und politische Herausforderungen. Interkultureller Dialog ist deshalb kein Randphänomen der europäischen Gesellschaften, sondern ein Prozess, der in die Mitte der Gesellschaft gehört.

Für die evangelischen Kirchen in Europa ist es selbstverständlich, dass die Menschenrechte, die Demokratie und die Rechtsstaatlichkeit den staatlichen Rahmen für den interkulturellen Dialog bilden. Wir begrüßen, dass alle 47 Mitgliedstaaten des Europarates dies durch die Annahme des Weißbuches im Ministerkomitee unmissverständlich deutlich gemacht haben.

Der Rat der GEKE begrüßt, dass der Europarat im Weißbuch ausführlich auf die Bedeutung der Religionen für den interkulturellen Dialog eingeht. Wir sind überzeugt, dass die Gewissheit über die eigene religiöse Identität und das Verständnis für die Glaubensüberzeugungen und Weltanschauungen anderer wichtige Elemente im interkulturellen Dialog sind. Es ist wichtig, die Religionen im interkulturellen Dialog nicht nur als Konfliktfaktoren wahrzunehmen. Wir möchten den Europarat ermutigen, den tagtäglichen positiven Beitrag der religiösen Gemeinschaften zum Gemeinwohl in den europäischen Gesellschaften wahrzunehmen.

Im interkulturellen Dialog muss die Identität des Anderen geachtet werden. Zum interkulturellen Dialog gehört aber auch das Recht, den anderen zu kritisieren. Die Kirchen der Reformation sind aus der Kritik an bestehenden kirchlichen Verhältnissen und Lehren hervorgegangen und wissen sich in besonderer Weise der Freiheit des Glaubens und Gewissens verpflichtet. Der Anspruch der Religionen, in der Öffentlichkeit an anderen Religionen oder gesellschaftlichen Verhältnissen Kritik üben zu dürfen, muss die Bereitschaft, sich selbst infrage stellen zu lassen, einschließen.

Der Europarat setzt im interkulturellen Dialog bei der Menschenwürde des Einzelnen ein. Das entspricht evangelischer Auffassung. Das Recht auf individuelle Freiheit ist untrennbar mit der Verantwortung für die Gemeinschaft verbunden. Die Kräfte, die unsere Gesellschaften zusammen halten, müssen gestärkt werden.

Die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) hat im Vorbereitungsprozess zum Weißbuch eine ausführliche Stellungnahme zu den Überlegungen des Europarats abgegeben. Über die Kommission Kirche und Gesellschaft der Konferenz Europäischer Kirchen hat sich die GEKE an dem Prozess zur Erstellung des Weißbuches beteiligt. Die Stellungnahme der GEKE finden Sie unter www.leuenberg.eu.

Ein „Weißbuch“ enthält Hintergrundinformationen und Handlungsvorschläge zu bestimmten politischen Themenfeldern für die Mitgliedsstaaten des Europarates. Es ist das Endprodukt eines Konsultationsprozesses, in welchen alle wichtigen gesellschaftlichen Gruppen einbezogen werden.

SEK: FC Religionen gegen FC Nationalrat 6:1 – Anstoss zum Fairplay

Mit einem 6:1 trennen sich der FC Religionen und der FC Nationalrat. Pfarrer, Rabbiner und Imame spielten heute bei Bern gegen National- und Ständeräte.

Anstoss zum Fairplay – mit einem 6:1 ist heute das Spiel FC Religionen gegen FC Nationalrat zu Ende gegangen. Alt Bundesrat Ogi unterstrich, dass Fairplay auch ausserhalb des Fussballs von grosser Bedeutung sei. Erstmals in der Geschichte des Fussballs standen sich Pfarrer, Rabbiner und Imame auf der einen und National- sowie Ständeräte auf der anderen Seite gegenüber. Nach einem fairen Spiel mit spannenden Spielzügen auf beiden Seiten verwandelte der FC Religionen seine Torchancen konsequenter. Thomas Wipf, Vorsitzender des Schweizerischen Rates der Religionen, eröffnete das Fussballfest der besonderen Art: «Wir Kirchen und Religionsgemeinschaften wollen miteinander im Team spielen, nicht gegeneinander. Wir wollen uns gute Pässe zuspielen, denn uns verbindet der Wunsch nach Sportlichkeit, Fairness, Verständigung und Frieden. ‹Miteinander statt gegeneinander› ist darum das Motto des FC Religionen.»

SEK: Ein nationaler Gottesdienst – Start der Präsenz der Kirchen an der Euro 2008

Mit einem nationalen ökumenischen Gottesdienst startet am 25. Mai die Präsenz der Kirchen an der Euro 2008. Alle Informationen sind über die Internetseite www.kirche08.eu abrufbar.

Mit einem nationalen ökumenischen Gottesdienst ist heute die Präsenz der Kirchen an der Euro 2008 gestartet. Im Zürcher Grossmünster kamen hunderte Menschen zusammen, um für eine gelingende Fussball-Europameisterschaft zu beten. Im Mittelpunkt des Gottesdienstes standen die achthundert Freiwilligen, die rund um die Fussballspiele der kommenden Wochen im Einsatz sein werden und alles daran setzen, dass ein freundschaftliches Klima herrscht und Konflikte nicht gewalttätig ausgetragen werden.

Im Gottesdienst unter dem Motto „Bring den Frieden“ begrüsste unter anderem Bundesrat Samuel Schmid die Präsenz der Kirchen: „Die Kirchen tun gut daran, sich der Euro 08 anzunehmen! Die Menschen abzuholen. Die Kirchen stehen den Menschen offen, egal, wie sie zum Fussball stehen. Nutzen Sie diese Chance“. Christoph Sigrist, Euro 2008 – Beauftragter des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) lud die Fernsehzuschauer ein, ihre Meinung und Gedanken über ein Zuschauertelefon abzugeben. Die Telefonnummer 034 244 80 80 ist hierzu noch bis heute, Sonntag, 13 Uhr, aufgeschaltet.

Der Gottesdienst ist der Beginn vieler Veranstaltungen an den Austragungsorten der Euro 2008 in der Schweiz. Die reformierte, katholische und christkatholische Kirche im Kanton Zürich öffnen ihre Kirchen und bieten entlang der Fanmeile Gottesdienste, Seelsorge, Führungen sowie musikalische und kulturelle Anlässe.

Kirche ist Kommunikation: Unter diesem Motto können vom 6. bis 29. Juni per SMS oder per E-Mail Wünsche und Hoffnungen zum Thema formuliert werden. Diese Botschaften werden dann auf LED-Displays an der Fassade des Grossmünsters publiziert.

Bereits seit dem 17. Mai präsentieren die Berner Kirchen das Theaterstück „Der Ball ist rund“ des Berliner GRIPS-Jugendtheaters. Das Stück thematisiert Fussball im Zusammenhang mit globalen Geschäften und fairem Handel. Es spricht sowohl ein erwachsenes als auch ein jugendliches Publikum an. „Der Ball ist rund“ wird noch bis zum 4. Juni in verschiedenen Orten im Kanton Bern aufgeführt.

Alle Informationen sind über die Internetseite www.kirche08.eu abrufbar. Dort kann ausserdem der offizielle Fanschal „Kirche 08“ bestellt werden. Ebenso kann dort ein Materialheft zur Euro 2008 mit Jugendgottesdiensten, Religionsunterrichtsentwürfen, theologischer Reflexion und weiterführendem Material heruntergeladen und bestellt werden.