SEK: Abgeordnete diskutieren finanzielle Zukunft des Schweizer Protestantismus

Eine Kommission soll eine Grundlage für die zukünftige Finanzplanung des SEK und seiner Mitgliedkirchen finden, beschloss heute die Abgeordnetenversammlung im Berner Rathaus.

Die Abgeordnetenversammlung des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) setzte heute während ihrer Session im Berner Rathaus eine Kommission zur Analyse der finanziellen Entwicklung in den Mitgliedkirchen ein. Ziel ist, eine Grundlage für die zukünftige Finanzplanung des SEK und seiner Mitgliedkirchen zu finden. Diese Kommission soll die kirchenübergreifenden Aufgaben im Schweizer Protestantismus und deren Finanzierung auf mögliche Synergiegewinne überprüfen. Thomas Wipf, Ratspräsident SEK, bezeichnete die Entscheidung der AV als einen „historischen Moment für den Schweizer Protestantismus“. Zum ersten Mal in der Geschichte werde eine Übersicht aller kirchenübergreifenden Organisationen der Schweiz und deren Finanzierung erarbeitet.

Die AV beauftragte den Rat SEK ausserdem, ihr ein um 2% der Mitgliederbeiträge vermindertes Budget für 2011 vorzulegen. Zugleich soll der SEK aufzeigen, welche Aufgaben deshalb von ihm nur noch reduziert oder gar nicht mehr wahrgenommen werden können.

14. Die Abgeordnetenversammlung bestätigte ausserdem die zur Wiederwahl gestellten René R. Hürlimann und Walter Schmid in den Stiftungsrat der Stiftung Hilfswerk Evangelischer Kirchen Schweiz HEKS für die Amtsdauer 2010-2013. Ebenso bestätigte die AV Isabelle Ott-Baechler (Boudry), Ursula Walti Debrunner (Aarau) sowie Michel Moser (Le Mont-sur-Lausanne) für den Stiftungsrat Brot für alle BFA.

SEK: SEK gibt Handlungsempfehlungen zur Taufe

Der Rat SEK legt der Abgeordnetenversammlung Empfehlungen für die Taufhandlung vor und wird beauftragt, Formulierungsvorschläge für Kirchenordnungstexte zum Thema Taufe zu entwickeln.

Der Rat SEK empfiehlt seinen Mitgliedkirchen, die formalen Voraussetzungen für eine Taufe kirchenrechtlich zu regeln sowie Formulierungen für die Kirchenordnung zu prüfen, die den Zusammenhang von Taufe und Kirchenmitgliedschaft verdeutlichen. Zur Taufe eines Mündigen gehöre der Besuch eines Vorbereitungskurses und der Eintritt in die reformierte Kirche. Bei der Taufe von Kleinkindern sollte mindestens ein Elternteil Mitglied der evangelischen Kirche sein. Zudem brauche es eine angemessene Vorbereitung der Eltern auf die Taufe und ihre Verpflichtung auf christliche Erziehung. Voraussetzung für die Wahl der Paten soll sein, dass mindestens ein Pate oder eine Patin einer christlichen Kirche angehört.

Mit diesen Empfehlungen hat der Rat des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) gestern seiner Abgeordnetenversammlung das Positionspapier „Die Taufe in evangelischer Perspektive“ vorgelegt. Darin stellt er die verschiedenen Aspekte einer evangelischen Taufe zusammen und gibt Empfehlungen für die Praxis der Taufe. Damit soll die Diskussion unter den Mitgliedkirchen SEK angeregt, eine erste Orientierung gegeben und ein gemeinsames Verständnis von Lehre und Praxis der Taufe gefördert werden.

Die Taufe ist Gegenstand intensiver Diskussionen. In der Öffentlichkeit wird die Einforderung des Versprechens einer christlichen Erziehung teils als Zumutung für die Eltern und Paten empfunden. Ebenso wird der Respekt vor der eigenen weltanschaulichen Entscheidung des Heranwachsenden als Argument gegen die Taufe Unmündiger angeführt. Innerkirchlich wird immer wieder darauf hingewiesen, dass die Taufe die Voraussetzung zum Empfang des Abendmahles ist.

SEK: Thomas Wipf für einen Grundkonsens der Religionen

Es braucht einen verbindlichen „Grundkonsens über die Voraussetzungen des Zusammenlebens“ zwischen den Religionen, so SEK-Ratspräsident Thomas Wipf während der Abgeordnetenversammlung des Kirchenbundes.

„Der Dialog zwischen den Religionen in der Schweiz braucht eine neue Qualität“, so Pfarrer Thomas Wipf, Ratspräsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK). Mit dem traditionellen Wort des Ratspräsidenten legte Wipf den rund siebzig Delegierten der Abgeordnetenversammlung des SEK heute in Bern dazu seinen Vorschlag vor: „Um insbesondere im Dialog mit dem Islam weiterzukommen, ist zwischen den Religionen ein Grundkonsens über die Voraussetzungen des Zusammenlebens notwendig geworden.“ Dieser, so Wipf, solle „gemeinsam ausgehandelt, in einem Dokument festgehalten und verbindlich beschlossen“ werden.

Wipf nannte einige Elemente aus evangelischer Sicht für ein solches Dokument. So erwarteten die evangelischen Kirchen von den anderen Religionen eine Sensibilität für das christliche Erbe der Schweiz. Gleichzeitig sei die Vielfalt der Konfessionen ein Zeichen der Stärke. Religion dürfe jedoch keine Macht für sich in Anspruch nehmen und Herrschaft ausüben wollen. So beinhalte die Religionsfreiheit auch das Recht, keine Religion zu haben und die Religion zu wechseln.

„Die Religionen sollten anerkennen, dass unser Staat auf dem Recht beruht und nicht auf dem Bekenntnis zu einer bestimmten Religion“, so Wipf weiter: „Es gibt neben Verfassung und Gesetz keine religiösen Sonderrechte.“

„Die Schweiz diskriminiert die Muslime nicht.“ Das Zustandekommen der Volksinitiative „Gegen den Bau von Minaretten“, sei auch Ausdruck von Befürchtungen der Bevölkerung gegenüber dem Islam. Sie sei jedoch „untauglich und kontraproduktiv“. Die Initiative verletze das Grundrecht auf Religionsfreiheit und sei entschieden abzulehnen. Ihr Stil „passt nicht zu einer demokratischen Diskussionskultur“ und entlarve sich selbst. „Die Kirchen halten dem Konzept des Kampfs der Kulturen das Konzept des Dialogs der Religionen entgegen“, betonte Wipf.

SEK: „Ihre Echtheit gibt der evangelischen Kirche ein Gesicht“

Der Ratspräsident des SEK Thomas Wipf gratuliert Margot Kässmann zur Wahl als Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland.

„Mit Ihnen bleibt die Evangelische Kirche in Deutschland Gesellschaftskirche.“ Mit diesen Worten überbrachte Pfarrer Thomas Wipf, Ratspräsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK), seine Glückwünsche an die heute gewählte Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischöfin Margot Kässmann.

„Ihre Echtheit macht den evangelischen Glauben auch für Menschen zugänglich, die wenig Kontakt zur Kirche haben“, so Wipf weiter. „Sie sind glaubwürdig, zugänglich, verständlich. Sie geben der Evangelischen Kirche in Deutschland ein Gesicht.“ Kässmann erinnere daran, dass der Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung „zum Kirchesein schlechthin gehört. Gleichzeitig setze sie sich als profilierte evangelische Theologin dafür ein, „dass die Kirche sich in innovativer und offensiver Weise bemüht, Menschen zu einem Glauben zu führen, der sie befreit und ihr Leben erneuert“.

Zwischen EKD und SEK habe sich in den letzten Jahren „eine Zusammenarbeit ergeben, die zu einem regelmässigen Austausch über gemeinsame Themen geführt hat“. Dies sei auch im Hinblick auf die evangelische Zusammenarbeit in Europa wichtig, die in der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) eine „neue Qualität und theologisch-gottesdienstliche Tiefe“ erhalte, sagte Wipf, der auch Präsident der GEKE ist.

„Behaltet Luther nicht für Euch allein!“, appellierte Wipf mit Blick auf die bis 2017 andauernde Reformationsdekade auch in seinem Grusswort vor der Synode der EKD in Ulm. „Wir haben Johannes Calvin, den Weiterentwickler und Globalisierer der Reformation auch mit Euch geteilt.“

Innerkirchliche, aber auch sensible gesellschaftspolitische Themen müssten vermehrt länderübergreifend angegangen werden, so Wipf weiter. „Wir müssen die unterschiedlichen kulturellen Voraussetzungen kennen, welche den öffentlichen Diskussionen zugrunde liegen.“ Den Menschen, „die unsere Kirche ausmachen“, könne „viel mehr an öffentlicher Debatte und Urteilskraft“ zugemutet werden.

SEK: Die meiste Arbeit in der Schweiz wird unbezahlt geleistet

In der Schweiz übersteigt unbezahlte Arbeit bezahlte um zwanzig Prozent. Den grössten Teil davon leisten Frauen. Dies müssen die Kirchen neu thematisieren, so die Frauenkonferenz des SEK gestern in Bern.

Mehr als drei Viertel gesellschaftlich unverzichtbarer Pflege- und Betreuungsarbeit wird unbezahlt von Frauen geleistet. Solche „Care Ökonomie“ bleibt jedoch in den offiziellen Statistiken unsichtbar. Durch die Wirtschafts- und Finanzkrise werden die Budgets der sozialen Dienstleistungen und des Gesundheitssektors knapper. Was heisst das für die Kirchen und deren diakonischen Einrichtungen? Mit dieser Frage beschäftigte sich die 18. Frauenkonferenz des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes, zu der sich rund sechzig Delegierte der Mitgliedkirchen am 26. Oktober in Bern versammelten.

8,4 Milliarden Stunden unbezahlter Arbeit wurden 2004 in der Schweiz geleistet, so Brigitte Schnegg in ihrem Vortrag. Dies entsprach 64% des Bruttosozialproduktes. Demgegenüber standen 6,9 Milliarden Stunden bezahlter Arbeit. Die Leiterin des Interdisziplinären Zentrums für Geschlechterforschung der Universität Bern betonte, dass Frauen dabei mehr als doppelt so viele unbezahlte als bezahlte Stunden leisten. Während das Engagement bei Männern ausserdem in den verschiedenen Lebensphasen gleich bliebe, verrichteten Frauen zwischen 25 und 39 Jahren im
Verhältnis die meiste unbezahlte Arbeit. Dies kollidiere oft mit dem Ziel einer Berufskarriere.
Gleichzeitig bedeute auch eine Erhöhung des Rentenalters für Frauen „schwer abschätzbare Folgen für das Gesundheits- und Pflegewesen“ und das Gleichgewicht aus bezahlter und unbezahlter Arbeit.

Der Wert der unbezahlten Arbeit entsprach 2004 dem dreieinhalbfachen der Einkommens- und Vermögenssteuer, so die Ökonomin Mascha Madörin. Die traditionelle Ökonomie übergehe jedoch „auf barbarische Art“ den Wert unbezahlter Arbeit. Die Betreuung kleiner Kinder werde wesentlich mehr unbezahlt geleistet als die Betreuung alter und kranker Menschen, so Madörin weiter: „Die Behauptung, alte Menschen kosten nur, ist also falsch.“

Die Kirchen, so die Soziologin und ehemalige Neuenburger Synodalrätin Jacqueline Lavoyer-Bünzli, hätten sich aus dem Bereich der Care Ökonomie zu weit zurückgezogen, nun gelte es, die eigene Rolle „im aktuellen Kontext neu zu interpretieren und einzubringen“. Dies müsse abgekoppelt von der Frage der Bezahlung dieser Dienste geschehen. Bestätigt wurde dies von Céline Ehrwein Nihan, Beauftragte für Sozialethik des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes: „Die quantitative ökonomische Erfassung unbezahlter Pflege- und Hilfsleistungen läuft Gefahr, den eigentlichen Wert dieser menschenverbindenden Gabe zu gefährden.“

In Workshops wurde das Thema „Care Ökonomie als Aufgabe für die Kirchen“ konkretisiert. Auf Bundesebene solle sich die Kirche gegen eine Erhöhung des Rentenalters stark machen, auch um negative Konsequenzen im Care-Bereich zu verhindern, so die Teilnehmerinnen. Für die diakonische Arbeit wurden Vorschläge zur Unterstützung der in der Care-Arbeit aktiven Menschen präsentiert.

SEK: Public response to Calvin Jubilee exceeds expectations

Celebrations in 2009 of the 500th anniversary of the birth of the Protestant reformer, John Calvin, were a resounding success according to an assessment by the international committee which coordinated Calvin09 Jubilee activities.

“The results exceeded our expectations,” says the head of the International Patronage Committee, Clifton Kirkpatrick.

Branded by an attention-grabbing logo and website, the Calvin09 Jubilee year attracted worldwide attention and drew a far higher level of interest from the general public than expected.

“This year has both re-connected Reformed Christians to their roots and to each other,” Kirkpatrick declares. “The focus on Calvin has led many Reformed Christians to a new appreciation of their heritage and their connections with one another. We no longer felt the need to apologize for Calvin but rather found much in his thoughts, his actions and his legacy that is truly life-giving for our time.”

Kirkpatrick, who serves as President of the World Alliance of Reformed Churches, says many American members of the Reformed church movement noted striking similarities between current political priorities in the United States and Calvin’s social agenda: immigration, health care, and economic justice.

The economic and financial crisis also helped spread the church reformer’s ideas about economic and social ethics notes Thomas Wipf of the Federation of Swiss Protestant Churches.

Roland Benz, responsible for Jubilee projects organized by the Protestant Church of Geneva, affirms: “Something happened during this year, in the media as well as among the public, which went beyond church circles. The caricature of Calvin was challenged.”

“The Calvin09 year succeeded in bringing Reformed parishes closer to their Reformer,” says Achim Detmers, responsible for Jubilee activities in Germany.

The Jubilee showed Calvin’s impact has travelled well beyond Europe. Special events and publications marked the diffusion of Calvin’s writing and ideas from China to South Africa to Argentina.

“Our deepest hope is that the Calvin09 Jubilee will be just the beginning of a new appreciation and rediscovery of the legacy of Calvin which has the potential to renew our churches and our world as we move into the future,” says Kirkpatrick. “We have laid a solid foundation during this Jubilee year and can look forward to making a fresh contribution to broader ecumenical discussions.”

Plans are now underway to redevelop the Jubilee internet site www.calvin09.org as a global web portal for news and research into the impact of John Calvin’s legacy.

SEK: Klimagerechtigkeit: Erhebliche gesellschaftliche Anstrengungen nötig

Die Kirchen appellieren in einem Brief an die Schweizer Delegation zur Weltklimakonferenz. Die Schweiz steht eindeutig in der Pflicht, sich ohne Aufschub für verbindliche Massnahmen einzusetzen.

„Noch ist es nicht zu spät für Klimagerechtigkeit.“ Mit einem Brief wenden sich heute die Kirchen an die Schweizer Delegation zur Weltklimakonferenz „COP 15“, die im Dezember 2009 in Kopenhagen stattfinden wird.

Klimapolitik muss sachgerecht und menschengerecht sein: Sie muss den wissenschaftlichen Konsens zum Klimawandel respektieren und die Rechte der Hauptbetroffenen verteidigen. Dabei sind die Lasten gerecht zu verteilen. „Die Schweiz steht diesbezüglich eindeutig in der Pflicht“, heisst es in dem vom Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund, der Schweizer Bischofskonferenz und der Christkatholischen Kirche der Schweiz unterzeichneten Brief. Ein grosses Innovationspotential wartet darauf, diese Pflicht als Chance zu nutzen.

Die Kirchen haben schon während der Ersten Europäischen Ökumenischen Versammlung in Basel 1989 eindrücklich vor den Folgen des Klimawandels gewarnt. Heute stellen sich die Szenarien noch alarmierender dar, wenn die Politik nicht schnell und konsequent reagiert. Die Kirchen sprechen sich dabei für eine Treibhausgasreduktion um 40% für den Zeitraum 1990-2020 im Inland aus. Zusätzlich soll die Schweiz einen Beitrag in der gleichen Grössenordnung für Reduktions- und Anpassungsmassnahmen im Ausland leisten. Die Kirchen wissen, dass ihre Forderungen erhebliche gesellschaftliche Anstrengungen beinhalten.

Es erfordert ein hohes Mass an Mut und Verantwortung, die notwendigen Ziele und Massnahmen ohne Aufschub verbindlich zu vereinbaren. Die Kirchen appellieren an die Schweizer Delegation, sich an der Weltklimakonferenz in Kopenhagen in diesem Sinne einzusetzen. Im gleichen Sinne richten sie sich an die eidgenössischen Räte im Hinblick auf die Beratungen und Entscheidungen zur Revision des CO2-Gesetzes.

Diese Anliegen werden durch kirchliche Vertreter auch auf dem „Fest für eine wirksame Klimapolitik“ auf dem Bundesplatz in Bern am Samstag, 17. Oktober 2009, vertreten.

KWV: 70 Jahre und kein bisschen müde

Der Kaiserswerther Verband gratuliert seiner ehemaligen Verbandsoberin Sr. Erna Carle zum 70jährigen Geburtstag.

„Diakonische Lebensgemeinschaft braucht sinnstiftende Elemente. Sie braucht Verankerung, die sie nicht in sich selber findet.“ Unter diesem Motto leitete Sr. Erna Carle von 1991 bis 2003 die Geschicke des Kaiserswerther Verbandes (KWV) als Verbandsoberin. Zu ihrem 70. Geburtstag am 21. Oktober 2009 übersandte der KWV heute seine Gratulation.

Die 1939 in Hohenlohe-Franken geborene Erna Carle trat 1959 in die Grossheppacher Schwesternschaft ein. Nach einer Ausbildung zur Erzieherin und Sozialarbeiterin wirkte Sr. Erna Carle unter anderem im Krankenhausdienst, in der Gefängnisfürsorge sowie im Sozial- und Jugendamt. Von 1969 an hatte sie die Leitung des Internates der Fachschule für Sozialpädagogik in Weinstadt-Beutelsbach inne, bevor sie 1978 zur Oberin der Grossheppacher Schwesternschaft berufen wurde.

Im Februar 1991 begann ihr Dienst als Oberin des Kaiserswerther Verbandes zunächst in Bonn. Ein Jahr später zog das Büro des KWV nach Kassel. Ein Wechsel, der sich aufgrund der zentralen Lage Kassels und der zahlreichen Reisen „als glückliche Fügung“ herausstellte. Eine erste Aufgabe war die Entwicklung und Durchführung eines Leitbildprozesses des KWV. Die Arbeit am geistlich-theologischen Profil der Gemeinschaften sei ihr genauso wichtig gewesen wie die Förderung des Wir-Bewusstseins zwischen den verbindlichen Gemeinschaften und den Mitarbeitenden in den Häusern, so Sr. Erna Carle. Ein Schwerpunkt lag daneben auf der Weiterentwicklung der ehemaligen Verbandszeitschrift „Der Weite Raum“.

„70 Jahre und kein bisschen müde“, so KWV-Geschäftsführerin Christine-Ruth Müller. Seit ihrem Eintritt in den Ruhestand 2003 engagiert sich Carle in der Spendensammlung für das brasilianische Strassenkinderprojekt „Casa Alberta“. Müller: „Für Entwicklungsmöglichkeiten ist sie immer offen: Viele Menschen profitierten und profitieren von ihrer dynamischen Art. Der Kaiserswerther Verband hat Sr. Erna Carle sehr viel zu verdanken.“

SEK: Argumentarium der evangelischen Kirchen gegen Minarett-Initiative vollständig

Mit einem Flyer vervollständigt der SEK sein Argumentarium gegen die Minarett-Initiative – dreiteiliges Paket gratis bestellbar.

Das Engagement des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) liefert seit über einem Jahr gewichtige Argumente gegen die Minarett-Initiative. Mit einem heute veröffentlichten Flyer vervollständigt der SEK nun sein Argumentarium.

„Das Minarett-Verbot löst keine Probleme. Es schafft neue.“ Mit sechs Argumenten legt der Flyer die wichtigsten Einwände gegen die Minarett-Initiative dar. „Die Volksinitiative `Gegen den Bau von Minaretten` diskriminiert, grenzt aus und gefährdet so den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das friedliche Miteinander der Religionen in unserem Land“, so der SEK-Ratspräsident Thomas Wipf: „Deshalb muss die Initiative klar abgelehnt werden, und dies wollen wir den Stimmbürgern vermitteln.“

Der Flyer ergänzt das Engagement des SEK: Bereits vor einem Jahr erschienen das grundlegende Argumentarium „Zwischen Glockenturm und Minarett“ und die kurzen „10 Fragen und Antworten“ zur Initiative. Alle Produkte können ab sofort als dreiteiliges Paket kostenfrei unter www.sek.ch/shop bestellt werden. Sie stehen ausserdem mit diversen Artikeln zum Thema auf www.sek.ch bereit.

GEKE: CPCE Council meets in the ecumenical city of Geneva

7th General Assembly 20-25 September 2012 in Florence – common position of the CPCE churches on euthanasia in preparation – study process for young ecumenists begins 16-18 October 2009 – consultation on the future of the church fellowship 15-19 September 2010.

The Council of the Community of Protestant Churches in Europe (CPCE) met in the Ecumenical Centre in Geneva from 2-4 October. Items on the agenda included the half-time stocktaking between the General Assemblies of Budapest 2006 and Florence 2012. The coming Seventh General Assembly of the CPCE is to take place in the Convitto della Calza conference centre in Florence from 20-25 September 2012. The Council has appointed a working party to prepare for it. The next meeting of the Council in Edinburgh in May 2010 will settle the theme of the General Assembly.

The „Specialist Group on Ethics“, the advisory body of the CPCE on ethical questions, has presented the draft of a statement by the Protestant churches in Europe on euthanasia to the Council. One aim of the study is said to be to offer church governments theological orientation and help in political processes. The position will contain concrete examples of how to deal with people in crisis situations. The text is now being sent to the member churches of the CPCE for their reactions. In autumn 2010 there will be a Europe-wide consultation on the topic, to which specialists from the member churches will be invited. After this consultation the text will be published.

Under the title “Ecclesia semper reformanda. Ecclesiological considerations on the renewal of the Protestant churches in Europe”, from 16-18 October 2009 in Berlin there will be the start of a study process for young theologians. The consultation process, which will last until 2011, will make a theological analysis of the different processes of church reform in Europe and investigate whether there are possibilities of collaboration. Special attention will be paid to the challenges from charismatic movements on the one hand and increasing secularization on the other. “The question of the shaping of the church is of vital interest for the future of the churches throughout Europe,” remarked the CPCE Co-President Michael Beintker. Financial support will be given to the project by the Evangelical Church in the Rhineland.

The ‘Specialist Group on Ecumenical Matters” founded this year is to advise the CPCE on ecumenical questions. One concrete project is a consultation in collaboration with the Evangelical Church in Hesse and Nassau on the future of the model of the church fellowship after the Leuenberg Agreement, the foundation document of the CPCE. This consultation will be held in Arnoldsheim from 15-19 September 2010.


GEKE-Rat tagt in Ökumenestadt Genf

7. Vollversammlung 20.-25. September 2012 in Florenz – gemeinsame Position der GEKE-Kirchen zur Sterbehilfe in Vorbereitung – Studienprozess für junge Ökumeniker beginnt 16.-18. Oktober 2009 – Konsultation zur Zukunft der Kirchengemeinschaft 15.-19. September 2010.

Der Rat der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) tagte vom 2.-4. Oktober 2009 im Ökumenischen Zentrum in Genf. Auf der Tagesordnung stand unter anderem die Halbzeitbilanz zwischen den Vollversammlungen von Budapest 2006 und Florenz 2012.

Die kommende siebte Vollversammlung der GEKE soll vom 20.-25. September 2012 im Tagungszentrum Convitto della Calza in Florenz stattfinden. Zur Vorbereitung setzte der Rat eine Arbeitsgruppe ein. Die kommende Ratsversammlung im Mai 2010 in Edinburgh wird das Thema der Vollversammlung festlegen.

Der „Fachkreis Ethik“, das beratende Gremium der GEKE in ethischen Fragen, hat dem Rat den Entwurf einer Stellungnahme der evangelischen Kirchen in Europa zur Sterbehilfe vorgelegt. Ein Ziel der Studie soll sein, den Kirchenleitungen eine theologische Orientierung und Hilfestellung in politischen Prozessen zu bieten. Die Position wird konkrete Anwendungsbeispiele für den Umgang mit Menschen in Krisensituationen enthalten. Der Text wird nun zur Stellungnahme an die Mitgliedskirchen der GEKE gesandt. Im Herbst 2010 wird eine europaweite Konsultation zum Thema durchgeführt, zu der Fachleute aus den Mitgliedskirchen eingeladen werden. Erst nach dieser Konsultation wird der Text veröffentlicht.

Unter dem Titel „Ecclesia semper reformanda. Ekklesiologische Überlegungen zur Erneuerung der evangelischen Kirchen in Europa“ findet vom 16.-18. Oktober 2009 in Berlin der Auftakt zu einem Studienprozess junger Theologinnen und Theologen aus den GEKE-Mitgliedskirchen statt. Der bis 2011 andauernde Konsultationsprozess wird die verschiedenen kirchlichen Reformprozesse in Europa theologisch analysieren und untersuchen, ob Möglichkeiten der Zusammenarbeit gegeben sind. Den Herausforderungen durch charismatische Bewegungen einerseits und durch den zunehmen Säkularismus andererseits wird besondere Aufmerksamkeit gewidmet. „Die Frage über die Gestaltung der Kirche ist von vitalem Interesse für die Zukunft der Kirchen in ganz Europa“, so der GEKE-Copräsident Michael Beintker. Das Projekt wird finanziell durch die Evangelische Kirche im Rheinland unterstützt.

Der in diesem Jahr gegründete „Fachkreis Ökumene“ soll die GEKE in ökumenischen Fragen beraten. Ein konkretes Projekt ist die Durchführung einer Konsultation in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau zur Zukunft des Modells der Kirchengemeinschaft nach der Leuenberger Konkordie, dem Gründungsdokument der GEKE. Die Konsultation wird vom 15.-19. September 2010 in Arnoldshain durchgeführt.